Deutschlands größtes Beerpongturnier

650Gäste

1000,- Euro
bekam der Gewinner Deutschlands größtem Beerpong-Turnier in der Halle02 in Heidelberg. Eine kurze Erklärung für alle, die es nicht kennen: Das Ziel bei Beerpong ist es mit Tischtennisbällen in die im Dreieck aufgestellten gegnerischen Becher zu treffen. Wird der Becher getroffen muss der Becher getrunken werden und wird weggestellt. Gewonnen hat der Spieler welcher alle Becher des gegnerischen Teams getroffen hat. Aber wie kam ich dazu dieses Event auf die Beine zu stellen?
Alles begann 2011 mit meinem Auslandsaufenthalt in den USA. Dort traf ich, auf einer klassischen Highschool Houseparty, das erste Mal auf Beerpong und als Basketballer war ich natürlich direkt begeistert. Als ich zurück nach Deutschland kam, hatten auch schon in Deutschland manche angefangen Beerpong zu spielen und auch meine Freunde teilten meine Begeisterung.
Unsere kleinen „Turniere“, die wir anfangs zuhause mit 4-6 Teams spielten, sprachen sich schnell rum und ich kam auf die Idee das Ganze etwas größer anzulegen. Ich erstellte eine Facebookveranstaltung und rief meine Freunde und Freunde von Freunden dazu auf, ihre Teams anzumelden. Daraus wurden schnell 30 Teams. Wir suchten uns einen öffentlichen Platz, an dem wir niemanden stören würden, stellten Biertische und eine kleine Box mit Musik auf und spielten unser erstes richtiges Bierpongturnier. Daraus entwickelte sich eine Tradition und die folgenden 3 Jahre spielten wir im Sommer immer unser kleines und privates Bierpongturnier. Dies mündete 2016 in unserem WG-Turnier mit 50 Teams und weiteren Zuschauern.
Danach fragte mich ein Freund, Michael Heimann, ob ich nicht mal Lust hätte ein offizielles Turnier zu starten und was mich davon abhalte. Ich war sofort von der Idee begeistert und wir gingen direkt in die Planung. Noch am selben Abend fragte ich einige Locations an, welche sich meines Erachtens eignen würden. Es kristallisierte sich schnell ein Favorit heraus: Die Halle02. Einer der beliebtesten Clubs der Region mit vielen spannenden Veranstaltungen.
Als Promo überlegten wir uns etwas ganz Besonderes. Wir stellten uns an öffentliche Plätze, wie beispielsweise der Hauptstraße und spielten einfach Bierpong.
Viele blieben interessiert stehen und fragten was genau das sei und ob sie auch mal werfen dürften. So sprach sich das Ganze sehr schnell rum und es kamen immer mehr Anmeldungen. Am Ende hatten wir 165 Teams und über 100 Zuschauer bei unserem Turnier und waren zu dem damaligen Zeitpunkt das größte Turnier Deutschlands. Wohl nicht zu unterschätzende Faktoren waren die 1000 Euro Siegerprämie und das in der Anmeldegebühr enthaltene Freibier ab der K.O. Runde.

Im Großen und Ganzen war das Turnier ein voller Erfolg, aber natürlich gab es auch einige Schwierigkeiten, was wohl auch teilweise auf die fehlende Erfahrung zurückzuführen ist. Beispielsweise gab es in der Zeitung RNZ einen Artikel über das Turnier, für den ich interviewt wurde. Darin wurde das Turnier als reine Sauf-Veranstaltung dargestellt und mit falschen Fakten geschmückt. Daraus habe ich gelernt, mir Artikel vor dem Druck noch einmal schicken zu lassen, um sicherzustellen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Daraufhin gab es mehrere Leserbriefe von Lesern, die nicht sehr erfreut über meine Veranstaltung waren. Das Ganze mündete in einer Beschwerde bei der Stadt. Diese informierte mich freitagvormittags (Samstag war das Turnier) darüber, dass sie Konsequenzen aus den Beschwerden gezogen haben und sie 16 bis 18-Jährigen die Teilnahme an dem Turnier untersagen. Jedoch hatte ich schon zahlreiche Anmeldungen von besagter Altersgruppe. Nach einigen Überlegungen und Rücksprachen mit den Verantwortlichen von der Halle02 entschieden wir, diese nur mit Wasser spielen zu lassen. Ein weiteres Problem trat während des Turniers auf.
Kurz bevor wir fertig waren mit der Auswertung der Spielbögen der 165 Teams, stürzte unser Laptop ab und wir mussten von vorne beginnen. Dadurch kam es zu einer 2-sündigen Unterbrechung nach der Gruppenphase. Heute würde ich große Spielbögen für jede Gruppe aufhängen, bei der alle Ergebnisse eingetragen werden. Dadurch kann man während der Gruppenphase schon mit der Auswertung beginnen. Aufgrund der Verzögerung musste das Viertel-, Halb- und Finale vor der Halle02 gespielt werden, da die Folgeveranstaltung vom Abend pünktlich starten musste.

Meine mittlerweile weitaus weitreichenderen Erfahrungen mit Veranstaltungen haben mir gezeigt, dass es immer zu unerwarteten kleineren und größeren Problemen kommen kann, es aber auch immer eine Lösung dafür gibt. Im Endeffekt bin ich sehr stolz auf das Turnier und noch heute werde ich regelmäßig gefragt, ob ich nicht mal wieder eines der legendären Bierpongturnieren starten möchte. Mal schauen, vielleicht gibt es ja diesen Sommer ein Comeback ;)

//LS